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So vielseitig kann Familie sein ** 7 Bücher zum Tag der Familie

Veröffentlicht 15. Mai, 2026

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Ob Trennung, Patchwork oder Adoption: Diese Bücher zeigen auf liebevolle und kindgerechte Weise, was in einer Familie alles so los sein kann. Und wie man damit umgeht.

1. Wenn man seinen Platz im wilden Dschungel des Patchworks sucht ** Papa liebt jetzt einen Tiger – Uticha Marmon & Anne-Kathrin Behl

Trennungen sind für Kinder immer schwer. Sie müssen erst einmal verkraften, dass es ihre Bilderbuch-Familie im klassischen Sinne nicht mehr gibt und dann kommen auch schon die neuen Partner*innen der Eltern plus Anhang herbei. 

Affen, Tiger, Krokodile, Faultier… wo bin ich denn gelandet?

Jani ist ein Trennungskind. Egal, ob bei Mama und dem Krokodil zuhause, oder bei Papa und seiner neuen Freundin, der Tigerdame plus Kinder, fühlt er sich einfach nicht wohl. Schlafen gehen mit den Affen ist schier unmöglich, das Faultier ist nur am Rumstänkern und als wär das nicht genug, nimmt sich Papa auch nicht die versprochene Zeit mit Jani. Da kann man ja nur wütend werden!

Mamas neuer Partner – das Krokodil – kann Janis Ärger verstehen und bestärkt ihn darin, denn das benötigt sehr viel Mut. So viel Mut, wie ein Löwe in sich trägt. Am nächsten Morgen bewirkt sein Löwenkostüm wahre Wunder: er fühlt sich gesehen.

Er bemerkt, dass alle um sein Wohlbefinden bemüht sind und kann sich langsam, aber gut auf diesen neuen Familiendschungel einlassen.

Fazit

Papa liebt jetzt einen Tiger“ ist das mit Abstand reizendste und kreativste Buch über Patchwork-Familien! Einfühlsam wird auf die Gefühlswelt des kleinen Jungen eingegangen und gezeigt, dass sie in all ihren Facetten da sein darf.

Der Shift von Janis pessimistischem Blick auf seine neue Familie zum Löwen-Jani, der viel Wertschätzung und Fürsorge erfährt, ist besonders gelungen erzählt. Eine berührende Darstellung, dass Patchwork auch eine schöne Ergänzung sein kann.

Magellan, ab 3 Jahren

2. Wenn die Familie über dem Anderssein steht ** Bin ich hier im falschen Nest? – Jutta Nymphius, Mia Powell  

Ihr sucht eine für Kleinkinder passende Erzählung über Adoption? Hab ich! Begleitet den Kauz auf der Suche nach seiner wahren Identität und der Erkenntnis, dass Familie auch ohne Verwandtschaftsgrad existieren kann.

Rote Feder, graue Feder, da stimmt was nicht!

Der Kauz könnte nicht glücklicher sein. Seit seiner Geburt wird er mit der Liebe und Fürsorge seiner Rotkehlchen-Mama großgezogen. Je größer er wird, desto mehr Probleme entstehen jedoch – er hat mehr Hunger als seine Geschwister und braucht viel mehr Platz.

Mit jedem neuen Tag bemerkt er immer stärker, dass etwas nicht stimmt. Er sieht ganz anders aus als seine Familie. Um sie nicht weiter zu belasten, macht sich der Kauz auf die Suche nach seiner wahren Identität.

Der Kauz besucht die Eule, den Kleiber und den Sperber, doch keiner sieht in ihm ein passendes Puzzlestück. Auf einer Lichtung trifft er auf einen Kuckuck und erfährt, dass er ebenfalls einer ist. Das Besondere ist, dass Kuckucks zwei Eltern haben: die ersten Eltern legen sie in ein Nest, die zweiten füttern sie.

Dank dieser Erkenntnis fühlt er sich besser, aber er vermisst seine Familie. So macht er sich zurück auf den Weg und wird mit offenen Flügeln willkommen geheißen.

Keiner klingt wie ich. Wer bin ich nun?

Ein berührendes Buch zu den Themen Adoption und Anderssein. Die Geschichte wird wunderschön erzählt und zeigt auf, dass nicht die Herkunft alleine unsere Identität ausmacht, sondern auch die liebenden Menschen, die sich als unsere Familie bezeichnen – egal, ob verwandt oder selbst ausgesucht.

Mir gefällt besonders gut, dass quasi eine „wahre Begebenheit“ herangezogen wurde (ja, Kuckucke legen tatsächlich ihre Eier in fremde Nester, um sie dort ausbrüten zu lassen), um das Thema Adoption aufzugreifen. So zeigt das Buch auch, dass die Annahme eines nicht leiblichen Kindes nicht unüblich ist und zu einem wundervollen Leben führen kann.

Magellan, ab 4 Jahren 

3. Oder kann er doch bleiben? ** Der Papa Rückhol-Plan – Magdalena Huppertz 

Trennungen sind ganz schön doof. Und noch doofer ist, dass Papa jetzt woanders wohnt. Kann man sich da überhaupt wohlfühlen? Die Geschwister wollen, dass Papa wieder zurückkommt. Eine liebevolle Geschichte zum Schmunzeln.

Dem werden wir es zeigen! Oder doch nicht?

Papa und Mama verstehen sich nicht mehr und leben von nun an unter getrennten Dächern. Die Geschwister Clara und Juli verstehen das Ganze nicht. Wie soll das denn funktionieren, wenn Papa jetzt woanders wohnt? Alle zwei Wochen müssen sie nun hin und her.

Clara beschließt, in Papas neuer Wohnung gar nichts gut zu finden und möchte in allem das Schlechte sehen – das ist aber viel schwieriger als gedacht. 

Das Wohnzimmer lädt zum Spielen ein, eine (bisher) wohnungslose Katze fühlt sich wohl, der Dachboden und die Fenster machen neugierig und abenteuerlustig. Bruder Juli zeigt zudem viel zu viel Freude. So war das nicht ausgemacht!

Beim Abendessen platzt er mit der Wahrheit heraus, dass die Geschwister Papa zurückholen wollen. Einfühlsam und verständnisvoll geht Papa auf ihre Gefühle und Ideen ein und versichert ihnen, immer ihr Papa zu bleiben, egal wo er wohnt. Nach einem wundervollen Abend werden sie abgeholt und die Kinder freuen sich schon auf ihren nächsten Besuch.

Fazit

Simpel, liebevoll und einfühlsam gibt dieses Buch einen Einblick in die neue Lebenssituation von Kindern und ihren getrennten Eltern. Ohne große Aufregung und mit viel Empathie wird die Geschichte erzählt und beweist so, dass ein engagiertes und präsentes Elternteil ein neues Zuhause schaffen kann.

Mit einem Schmunzeln beobachtet man die Anstrengung der kleinen Clara, wirklich alles doof zu finden und freut sich umso mehr mit, als sie von ihrem Papa aufgefangen wird und beginnt, sich wohlzufühlen. Tolles Buch!

Rotfuchs, ab 5 Jahren

4. Wie Geschichten zusammenbringen ** Mein Komet – Joe Todd-Stanton

Nyla liebt ihr Zuhause. Eines Tages bekommt ihr Papa einen neuen Job und sie ziehen um. Was bedeutet das für sie? Eine magische Geschichte über das Ankommen an einem neuen Ort.

Wenn die Wellen einen nicht mehr in den Schlaf singen

Das Mädchen liebt alles an ihrem Zuhause. Den schönen Sternenhimmel jeden Abend, die regelmäßigen Festessen mit Papa, dass sie sich immer wunderschöne Geschichten ausdenken und natürlich die Wellen, die sie jeden Abend in den Schlaf singen. Die Sonne startet und beendet jeden ihrer wundervollen Tage.

Eines Tages bekommt ihr Papa ein Jobangebot in der Stadt und sie verabschieden sich vom Landleben. Nyla fühlt sich unwohl, denn hier ist alles so anders – laut, grau und einsam

Eines Nachts sieht sie einen Kometen am Himmel und folgt ihm, und da geschieht etwas Magisches. Plötzlich spürt sie eine unglaubliche Wärme, ein Gefühl, nun doch zuhause zu sein. Als Papa wieder ins Zimmer kommt, zerplatzt ihr Tagtraum und er findet nur ein buntes Chaos vor. Doch sein Ärger ist bald verflogen, als er entdeckt, wie wunderschön und bedeutsam dieses kreative Chaos für beide ist.

Fazit

Eine poetische und magische Geschichte über die Stärke der Fantasie und die Offenheit für Neues. Das Buch zeigt, dass man überall sein neues Daheim finden kann, solange man zusammen ist und seiner Kreativität freien Lauf lässt. Die Bilder lassen an der Gedankenreise teilhaben und machen Lust, den Malpinsel zu schwingen.

Beltz Verlag, ab 4 Jahren

5. Familie spielen ist gar nicht so einfach ** Und deine Familie? – Charlotte Bellière, Ian de Haes

Mama-Papa-Kind, zwei Mamas, ein Papa, Adoptiveltern, viele Geschwister, Stiefgeschwister… Familien sind ganz schön unterschiedlich, oder? Da ist das Familie-spielen am Pausenhof gar nicht so einfach. Dieses Buch liefert eine Darstellung unterschiedlichster Konstellationen.

Wie spielen wir denn jetzt Familie? 

Am Pausenhof wird natürlich viel gespielt. Der Old-time-Classic bleibt das Nachahmen von Familien. Die Mitspieler*innen in diesem Buch bemerken schnell, dass das viel schwieriger ist, als gedacht. Die Neue möchte keine Mama, sondern einen Papa spielen. Die einen möchten Einzelkind, die anderen Geschwister verkörpern. Durch diese Diskussion entsteht ein wunderbares Gespräch über die Besonderheiten der Familien

Einzelkinder müssen ihr Spielzeug nicht teilen, aber wenn man Geschwister hat, wird einem wiederum nicht langweilig. Manche Kinder leben nur mit einem Elternteil zusammen, weil die Eltern geschieden sind oder alleinerziehend, andere haben mehrere Zuhause, da sie nun auch Stiefgeschwister und -eltern haben. Aber warum schaut das eine Kind den Eltern nicht ähnlich? Tja, man kann auch adoptiert werden und so eine liebevolle Familie bekommen.

Die Kinder beschließen, die Spielregeln etwas zu verändern und ein Thema zu wählen, das nicht gar so kompliziert ist: wir spielen Schule!

Fazit

Ein lustiges und informatives Buch über die Vielfalt der Familien. Es zeigt verschiedene Zusammenstellungen und hebt auch hervor, dass jede Familie auf ihre Art besonders ist und somit ganz normal.

Es ist beinahe alles repräsentiert und hilft Kindern auf spielerische Weise zu verstehen, dass es mehr gibt als Mama-Papa-Kind. Große Empfehlung!

Carl-Auer Verlag, ab 4 Jahren

6. Familien-Vielfalt kennenlernen dank eines Pakets ** Das alles ist Familie – Michael Engler, Julianna Swaney

Was braucht es, um sich als Familie bezeichnen zu dürfen? Müssen Familien Kinder haben? Dürfen die Eltern gleichgeschlechtlich sein? Sind sie immer noch eine Familie, wenn weitere Kinder dazukommen? Lars hat viele Fragen, als er die wahren Empfänger eines Pakets suchen möchte und neue Antworten findet – doch eine zählt für ihn besonders.

Wem gehört das Paket?

Als Lars mit Mama nach Hause kommt, finden sie ein Paket vor ihrer Tür. Mama hat aber nichts bestellt und die Kontaktdaten auf dem Paket sind durch den Regen total verwischt, nur der Straßenname und das Wort „Familie” sind lesbar. Mit Mamas Erlaubnis macht sich Lars auf den Weg, die echten Besitzer des Pakets in ihrer Wohnstraße ausfindig zu machen. Er begegnet dem Mädchen Lina, das ihm bei der Suche helfen möchte. 

Sie treffen auf gleichgeschlechtliche Eltern namens Mama und Mami, auf eine Patchwork-Familie und auch auf eine internationale Familie, allerdings gehört niemandem von ihnen die mysteriöse Zusendung. Sie stoßen in der Nachbarschaft auf nicht verheiratete Paare mit Kind, Eltern mit Adoptivkind und auch auf Familien, in denen Mitglieder gestorben sind.

Lars merkt, dass ihm etwas nicht gut tut und in ihm viel Wut aufkommt. Seine Eltern haben sich getrennt und von da an fühlt er sich nicht mehr als Familie. Lina tröstet ihn und sie besprechen, dass Liebe die Familie definiert. Als sie das Paket öffnen, steckt eine große Überraschung darin, mit der sie (noch) nicht viel anfangen können.

Na klar, wir sind eine Familie!

Toll, toll, toll! In einer spannenden Storyline werden unterschiedliche Arten von Familien vorgestellt, die in wenigen Worten ihre persönliche Zusammensetzung erklären. Das Thema wird optimal aufgegriffen und man fiebert bis zum Schluss mit, wem das Paket tatsächlich gehören könnte.

Unterhaltsam und ohne Aufklärungscharakter bekommen die Jüngsten beim Vorlesen einen Einblick in die Diversität der Beziehungsgestaltung in Familien. Was will man mehr?

Arsedition, ab 4 Jahren

7. Mein Vorbild: mein blinder Bruder ** Glückspilz – Lawrence Schimel, Juan Camilo Mayorga 

Eine etwas andere Familiengeschichte, die bewegt und zeigt, wie schön eine geschwisterliche Beziehung sein kann. In dieser Geschichte geht es um Bruno und seinen blinden Bruder Matteo. Er muss zwar viel Rücksicht auf ihn nehmen, doch das hindert ihn nicht daran, zu seinem Bruder aufzuschauen.

Zuhause ist es anders, aber richtig besonders

Bei seinem Kumpel Deniz ist alles anders. Da kann der Junge das gesamte Spielzeug rumliegen lassen und mit Soldatenfiguren kämpfen. Zuhause ist das nicht so, denn da muss Bruno alles an seinen gewohnten Platz zurückstellen, sonst findet es Matteo nicht.

Ein Haustier darf er leider nicht haben, sein Bruder aber schon, denn er benötigt einen Blindenhund. Warum denn? Okay, Hund Rocco ist da, um Matteo zu helfen, aber trotzdem hätte der Junge auch gerne ein Tier seiner Wahl gehabt. 

Er bezeichnet seinen blinden Bruder als echten Glückspilz, denn er hat so viele Talente, die er nicht hat. Matteo weiß beispielsweise immer, wo verschwundene Dinge herumliegen, kennt genaue Stufenanzahlen, kann vergangene Gespräche Wort für Wort wiedergeben und besonders gut Geschichten erzählen.

Seine Geschichten sind teils erfunden und teils aus seinen Büchern zusammengereimt und bieten ordentlich Action und viel Abenteuer. Er hat einfach den tollsten Brüder, den man sich nur wünschen kann.

Fazit

Wie schön Geschwisterliebe sein kann! Trotz Differenzen in ihrem Erleben und ihren Interessen sind die Brüder unzertrennlich. Der Junge schätzt die Stärken seines Bruders und weiß, wie sehr er davon profitiert. Eine bewegende Erzählung rund um die Freundschaft von zwei Brüdern, der nichts in die Quere kommen kann.

Carl Auer Verlag, ab 3 Jahren

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