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Spannend bis zum Schluss ** Die Quelle – Theater am Werk

Veröffentlicht 18. Apr., 2026

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Sie haben’s schon wieder getan. DOSSIER hat den Journalismus mit “Die Quelle” auf die Bühne gebracht, diesmal inszeniert und geschrieben von Calle Fuhr. Gewidmet all jenen Menschen, die journalistische Arbeit erst ermöglichen: Den Quellen.

Es ist ein großartiges Stück, das derzeit am Spielplan des Theater am Werk steht. Konkret geht es darin um die Manager*innen des Großkonzerns “Power”, der ein bisserl Dreck am Stecken hat. Rasmus Eriksen, Jungjournalist des aufstrebenden Mediums “The Whistle”, will dem auf den Grund gehen und recherchiert beharrlich weiter. Dabei fehlt es an nichts. Von Sexismus am Arbeitsplatz und einem Katz-und-Maus-Spiel zwischen Wahrheit und Lüge bis hin zu körperlich gewalttätiger Einschüchterungsmethoden gegen ihn ist alles dabei. 

Theater für die Generation TikTok

Dieses Stück ist so hervorragend gelungen, dass selbst die Generation TikTok mit einer Aufmerksamkeitsspanne im Sekundenbereich an ihre Sesselkanten gefesselt wird und nicht umhin kommt, dem Ping-Pong-Spiel an Oberhand-Behauptungen zu folgen. 

Johannes Nussbaum als Rasmus Eriksen und Gerti Drassl als Louise Rieker brillieren in ihren Rollen. Stundenlang könnte man ihnen zuhören und zusehen, wie sie immer verzweifelter und auf ihre eigene Art für ihre Sache kämpfen. Dennis Cubic und Kaspar Locher spielen ihre Rollen an der Spitze eines Energiekonzerns beinahe beunruhigend gut, überzeugen aber auch in ihren Doppelrollen. Und Violetta Zupancic, die gleich vier Rollen ausgefüllt, ist das Phänomen des Abends. Jede einzelne der von ihr verkörperten Figuren ist glaubhaft und ihre Wandlungsfähigkeit beeindruckend.

Die Beleuchtung der Bühne, die ein Puzzle verschiedener Schauplätze darstellt, ist großartig gelungen. Auch die verschiedenen intermedialen Elemente und wie sie mit ihrer Umgebung verwoben sind, begeistert ungemein. Dies trägt auch dazu bei, dass die 2:15 Stunden Spieldauer überaus kurzweilig sind.

Einblicke in den (Investigativ-)Journalismus

Alles in allem bleibt von diesem Premierenabend ein mehr als positives Gefühl. Zum einen, weil so ein Einblick in den (Investigativ-)Journalismus geglückt ist, der sonst nur schwer zu vermitteln ist. Zum anderen, weil die Inszenierung, die Calle Fuhr hier abgeliefert hat, lange nachwirkt. 

Wer bereits grantig über etwaige Vertuschungen von Missständen war oder ist, wird auch nach diesem Stück so denken. Wer noch nicht so denkt, der wird es danach tun. Denn wenn “Die Quelle” eines klarmacht, dann, wie wichtig es ist, für das, was man als richtig erachtet, einzustehen.

Die Quelle im Theater am Werk: Eine Empfehlung! (c) Theater am Werk
Die Quelle im Theater am Werk: Eine Empfehlung! (c) Theater am Werk
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