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Wie das Ende schlussendlich von innen kommen muss ** Schluss mit Narzissmus – Dr. Alina Kastner

Veröffentlicht 16. Juli, 2026

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Von anfänglichem Love-Bombing bis hin zur hart erarbeiteten Hassliste – willkommen in der (vorübergehenden) Gefangenschaft des Narzissten.

Frag mal in deinem Bekanntenkreis herum, ob sie jemals eine*n Narzisst*in kennengelernt haben und ich versichere dir, dass jede*r meint einige waschechte Narzisst*innen zu kennen. Das Problem: in unserer Gesellschaft spricht man schnell von Narzisst*innen, sobald jemand vermehrt auf sich selbst bezogen ist oder auch die Meinung anderer ihn oder sie überhaupt nicht kümmert. 

Im psychologisch-klinischen Bereich sieht das ganze anders aus, denn hier muss der/die Betroffene bestimmte Diagnosekriterien erfüllen, um überhaupt die Diagnose Narzissmus zu erhalten. Leider ist das Spiel von Narzisst*innen selten von Anfang an ersichtlich, besonders dann, wenn man durch eine rosarote Brille schaut. Seid ihr in die offenen Arme eines Narzissten gelaufen, kann das die schlimmste Zeit eures Lebens werden. Psychotherapeutin Dr. Alina Kastner hat jedoch vorgesorgt und hilft euch vor genau diesem Fehler zu bewahren – als Gleichgesinnte.

Persönliche Check-Ins: bin ich vielleicht selbst betroffen?

Die Autorin hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, andere vor Narzisst*innen zu schützen, da sie selbst trotz eigens verfasster Doktorarbeit über das Thema auf einen reingefallen ist. Diese Personengruppe soll von allen Seiten beleuchtet werden, indem man sie klar durch Verhaltensweisen identifizieren kann. Man erfährt, wie und warum es zu deren Erkrankung kommt und was es braucht, diese Beziehung auch gesund wieder verlassen zu können. 

Essentiell ist ein Selbsthilfetagebuch, um jegliche inadäquate Situationen festzuhalten (die sie zu diesem Zeitpunkt stattgefunden haben, um sich auch später trotz Unsicherheiten oder Unglauben daran erinnern zu können) und die Bereitschaft, die Check-ins mit Übungen der Therapeutin auch durchzuführen. Narzisst*innen werden alles daran setzen, dass ihre Partner*innen sich ihnen unterwerfen, damit sie sich besser fühlen.

Die Freundin, die man in dieser schweren Zeit braucht

Dieses Buch ist wie die mutige, draufgängerische Freundin, die alles dafür tun würde, dass du diese*n Typ*in endlich los wirst. Es wird über die Missbrauchszyklen aufgeklärt, Traumabindung und andere Konsequenzen erläutert, auf die eigenen Hindernisse hingewiesen (wie das wunderbare “Was wäre wenn…”). Außerdem liest man über Techniken und Methoden, die helfen können und selbstständig alle Skills vermitteln, die es braucht, um sich befreien zu können. 

Hierfür sind unter anderem Notizen und die Hassliste notwendig, um sich immer wieder hervor holen zu können, warum man den Schritt der Trennung wagt. Jede*r hat Liebe und Unterstützung von anderen verdient. Also scheue dich nicht, Hilfe zu holen und anzunehmen. Selbstverständlich wird die kritische Zeit nach der Trennung – wo viele doch wieder zurückkehren – aufgegriffen, beleuchtet und gezeigt, welch schöne Dinge wieder auf einen warten.

Was bleibt, wenn man das Buch zugeklappt hat?

Sobald man zu Ende gelesen hat, geht man als absolute*r Expert*in für Narzissmus heraus. Die belastende Erfahrung anderer Menschen mit Narzisst*innen werden wertschätzend angenommen und verständnisvoll kommentiert, ohne jemals den Fingern auf jemanden zu zeigen. Jegliches Gefühl der Schuld oder Scham wird von Seite eins hinweg unterbunden und in die letzte Reihe verfrachtet. Dank vieler Wiederholungen fühlt es sich an, als käme nicht viel Neues ab der Hälfte des Buches. Und genau hier setzt für mich der Lernprozess an. 

Die Autorin setzt darauf, dass man Narzissmus im besten Fall bereits aus Kilometer weiter Entfernung wahrnehmen kann, um ja nicht in dieselbe Situation zu geraten wie sie selbst. Als Gleichgesinnte (als Frau mit einem Narzissten als Ex-Partner) schafft sie es, überzeugend und klar die wichtigsten Punkte zu vermitteln und weist auch hier regelmäßig auf eine professionelle Unterstützung in schwierigen Fällen hin. Verständlich geschrieben, mit vielen Beispielen und Übungen ergänzt, hat man die Möglichkeit, das Erlebte zu betrachten bzw. es für sich bewusst zu machen. 

Oft hilft es zu sehen, dass auch andere das Gleiche oder Ähnliches durchmachen, Menschen genau wie du und ich. Allein, dass diese schwierige Thematik öffentlich präsentiert wird und vieles einen Namen bekommt, kann Betroffene ermutigen, für sich selbst einzustehen oder Unterstützung zu suchen. Niemand ist schuld daran, an Narzisst*innen geraten zu sein. Und wenn man sich einen Satz aus dem Buch merken sollte: 

“Wenn die Ente geht wie eine Ente, aber spricht wie ein Schwan, dann ist es ein Narzisst.”

Irisiana, 2026

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