Wenn jeder Abend anders ist: Magda Leebs Kabarettprogramm lebt von den Inputs ihres Publikums.
Vor mehr als 25 Jahren ist Magda Leeb ins Thema Improvisation eingetaucht – und nicht mehr herausgekommen, weil sie sich darin so wohl fühlt. Davon zeugt auch ihr neues Programm „Frag Magda“, das soeben im Wiener Kabarett Niedermair Premiere hatte. Wenn schon der Auftrittsapplaus fast eine Minute dauert, dann stimmt auf jeden Fall die Fanbase. Und diese Fanbase ist es auch, die Magda Leeb mit ihren Inputs durch den Abend trägt.
Denn das Konzept dieses Impro-Kabaretts besteht darin, dass sie alle Lebensfragen des Publikums beantwortet, die ihr in den „Fragomaten“ geworfen werden. Diese Wurfbox zeugt von ihrem früheren Leben als Lehrerin, wie sie schelmisch feststellt. Und sie ist die einzige Konstante in „Frag Magda“, weil sie jeden Abend auf einem Tischchen neben der Künstlerin steht. Alles weitere ist jedes Mal anders und unberechenbar. Und genau das macht den Reiz ihres Impro-Kabaretts aus.

Kleinode für einen Abend
Wie sie aus dem Stegreif auf die verschiedensten Fragen eingeht und zum Beispiel aus einem Zettel zu Rieder Bier vs. Wiener Bier und einem anderen mit der (tatsächlich ernst gemeinten?) Frage, ob sich ein 71-jähriger Ehemann noch ändern wird, eine Szene einer Ehe bastelt, macht dem ganzen Saal Spaß. Ebenso eine Abhandlung über richtiges Geschirrspüler-Einräumen, die für brüllende Lacher sorgt. Und wie sie eine Analyse zum Thema Objektivität aus dem Hut zaubert, ringt dem Zuhörer Respekt ab. Gleich darauf geht es ganz woanders hin, wenn sie einen Horrorfilm im schwedischen Möbelgeschäft ansiedelt. Das Publikum tut das Seine dazu und ruft ihr brav weitere Stichwörter zu, die Magda Leeb dankbar aufgreift.
Sie braucht keinen roten Faden, denn der ergibt sich durch die abgegebenen Zettel ganz von selbst. Weil Magda Leeb nämlich immer wieder auf vorherige Szenen zurückgreift. So kann es durchaus sein, dass eine Improvisation kurz vor dem Ende des Programms noch einmal einen ganz großen Bogen schlägt, indem sie auf eine Frage aus der ersten Hälfte referenziert.
Hier entstehen wahre Kleinode, die allerdings nur für einen Abend existieren und so nicht wiederkommen werden. Weil eben jede Show andere Fragen bringen wird. Und damit wird jeder Abend anders ablaufen als der vorherige und etwas ganz Einzigartiges sein. Insofern: Vergiss das bisher Gelesene und geh einfach Magda das fragen, was du schon immer wissen willst. Oder auch das, was du nicht wissen willst. Ihre Antworten werden unterhaltsam sein. Und vielleicht gibt sie dir auch ein bisschen was zum Nachdenken mit.
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