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Ein neuer Weg, sich (spirituell) seinen inneren Anteilen zu widmen ** Das System der inneren Familie – Richard C. Schwartz

Veröffentlicht 27. Sep., 2026

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IFS (Internal Family System) stellt sich als Wegbereiter zur Verfügung, der helfen soll, die innere Wahrnehmung nach innen zu richten, um sich zu verstehen, zu helfen und selbst zu lieben. Eine interessante Herangehensweise für Menschen, die Selbsterfahrung und Spiritualität lieben und nochmal ganz genau hinschauen wollen.

Worum geht’s – kurz und knackig

Schwartz hat diese Methode entwickelt, um seinen Patient*innen zu helfen, aus ihrem Dilemma zu finden. Irgendwann sei er in der Therapie angestanden und spürte, wie eine Blockade von Seiten der Patient*innen da war, die er nicht zuordnen konnte. Er bietet mit seiner IFS-Methode definierte Schritte an, die mehr Kontrolle über impulsive und automatische Reaktionen im Alltag geben sollen. 

Hierfür muss man die eigene Wahrnehmung auf sein Inneres, genauer gesagt seine inneren Teile, richten. Wenn man diese Teile – die einen oft unangepasst in Situationen reagieren lassen – einzeln hervortreten lässt und ihnen Neugier und Gehör schenkt, so kann das helfen, diese feststeckenden Rollen und Gefühle zu lösen. Die problematischen Gedanken und Gefühle können so verstanden werden, um folglich an ihnen zu arbeiten, sie verstehen zu lernen und letztlich ein ausgeglicheneres Leben führen zu können.

Eine Einladung, nach innen zu schauen

Um sich dem ausgeglichenen Leben anzunähern, muss man zuallererst sein Selbst kennenlernen. Dieses Selbst besteht aus vielen Teilen, die oft Verletzungen aus der eigenen Vergangenheit mit tragen. Sie haben nützliche wie auch schädliche Verhaltensweisen, die wir in sozialen Situationen als inadäquates Verhalten wahrnehmen. Wenn die ruhigen und angepassten Eigenschaften des Selbst nicht aktiviert sind, ist ein anderer Teil gerade aktiv und äußert sich voraussichtlich in problematischer Manier. Hier hilft es, mit einer distanzierten Sprache heranzutreten und von “Ein Teil von mir…” zu sprechen. So kann die erste Veränderung in Gang gesetzt werden, indem man die eigene kritische und negative Haltung gegenüber der eigenen Teile sieht, um sie so auch zu ändern. 

Im nächsten Schritt muss man jene Teile näher kennenlernen, die das Selbst beschützen, die unter der Kategorie “überlastender Manager” laufen. Die Ängste und Befürchtungen müssen hinterfragt werden, um den Grund der unangepassten Gefühle und Gedanken zu erfassen. Das Gleiche bezieht sich auf die Teile des aktivierten Feuerbekämpfers, eine weitere Kategorie, wo die Teile eine beschützende Rolle einnehmen, wenn etwas im Vorhinein getriggert wird. Hier ist es wichtig, mit diesen Teilen Freundschaft zu schließen, indem man seine Auslöser genauer nachvollziehen lernt. Letztlich soll es zu einer uneingeschränkten Selbstführung kommen.

Das Workbook für alle, die es mal ausprobieren wollen

Mit dem 2026 erschienenen Workbook habt ihr die Möglichkeit, anhand unterschiedlicher meditativer und imaginativer Übungen die Methode mal selbst anzuwenden, um sie auf Herz und Nieren zu testen. Es ist übersichtlich, toll strukturiert und hat einfache Anleitungen, mit denen man gut durchstarten kann. 

Der Autor betont hier, dass man zwischen den Übungen immer wieder auf sein Inneres und sein Befinden horchen muss, um den Aufgaben tatsächlich folgen zu können. Er ist sehr bedacht, dass jeder Schritt bewusst umgesetzt wird und es zu keinen Überforderungen kommt. Es gibt einen guten Einblick darin, wie eine solche Therapiesitzung ablaufen kann und gibt das nötige Verständnis für ein Arbeiten mit IFS mit.

Zwischen Selbsthilfe und Spiritualität 

“Das System der inneren Familie” ist ein sehr gut verständliches Werk, dem man etwas Zeit geben muss, um es voll und ganz nachvollziehen zu können. Besonders wenn man als Laie herantritt, kann ich mir gut vorstellen, dass man anfangs nur Bahnhof versteht. Es braucht Geduld, um der Denkweise zu folgen, doch besonders die eigenen Beispiele des Autors helfen sehr dabei. Für mich ist es sehr spirituell und esoterisch angehaucht, denn auch die Notwendigkeit der Arbeit mit den inneren Teilen wird aus einem spirituellen Hintergrund her bekräftigt. Die westliche Kultur wird meist gehässig angeführt und als Buhmann für das schlechte Selbst bzw. die schlecht ausgeprägten Teile der Menschen gesehen. 

Es kann eine nette Art sein, seine innere Gefühls- und Gedankenwelt kennenzulernen, wobei man offen für Meditationen und Imaginationen sein muss. Die Übungen können sich anfangs sehr ungewohnt und vielleicht auch unangenehm anfühlen, jedoch ändert sich das –  wie bei allem, was man öfters schon mal gemacht hat. Eine interessante neue Methode, die für einige da draußen bestimmt hilfreich sein kann. Aber auch hier nicht vergessen: dieses Buch ersetzt keine professionelle Hilfe.

Richard C. Schwartz, „Das System der inneren Familie. Einführung in die IFS-Therapie – Ein Weg zu mehr Selbstführung – Erweiterte Neuausgabe“. € 23,50 / 192 Seiten. Kösel, München 2024. 

Richard C. Schwartz, „Das System der Inneren Familie verstehen – Arbeitsbuch. Das Selbst kennenlernen und Persönlichkeitsanteile heilen mit IFS – Über 50 Impulse, Übungen und Meditationen“. € 23,50 / 256 Seiten. Kösel, München 2026. 

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