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Nicht ohne meine Bahnhofschilder ** Generation Spielplatz – Jonas Bonas

Veröffentlicht 11. Sep., 2026

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Der selbsternannte jüngste Kabarettist Österreichs verpackt ernsthafte Gedanken in Wortspiele und Absurditäten.

Ob es wirklich stimmt, lässt sich schwer nachprüfen. Aber selbst wenn Jonas Bonas nicht, wie er selbst behauptet, der jüngste Kabarettist beziehungsweise Comedian Österreichs sein sollte, gehört er jedenfalls zu den absoluten Newcomern und Frischlingen. Geboren in den frühen 2000ern, hat er vor nicht einmal fünf Jahren maturiert, ist somit jünger als der Euro, Spongebob Schwammkopf oder der USB-Stick und bespaßt auf Instagram fast 24.000 Follower. Knapp 200 von ihnen sind nun zur Premiere seines Bühnendebüts in der Wiener Kulisse gekommen.

„Generation Spielplatz“ lautet der Titel, der bei Jonas Bonas Programm ist. Denn einerseits geht es um eine bestimmte Generation – seine Gen Z nämlich, an der er sich intensiv abarbeitet. Andererseits scheint für ihn die Kleinkunstbühne ein einziger Spielplatz zu sein, auf dem er sich so richtig austoben kann. Sein Werkzeug sind dabei Wortspiele, am liebsten mit Bahnhofschildern – er weiß halt, was das aus den Sozialen Medien in die Kulisse mitgereiste Publikum gern hat –, aber auch eine Leinwand, die den ganzen Abend über laufend zum Einsatz kommt. Ebenso ein altes Wählscheibentelefon als Anachronismus zum jugendlichen Alter des Protagonisten, der zu Werke geht, als stünde er nicht zum ersten Mal mit einem abendfüllenden Programm im Scheinwerferlicht, sondern hätte jahrelange Bühnenerfahrung. Und der gekonnt zwischen Flachwitzen und ins Absurde gleitenden Gags ein paar sehr ernsthafte Ansätze unterbringt. 

Wie er wurde, was er ist 

Inhaltlich verfolgt Jonas Bonas ein Konzept, das man in jüngerer Vergangenheit bei mehreren Neulingen gesehen hat: Er erzählt ganz einfach, wie er wurde, was er ist. Weil die eigene Lebensgeschichte ein solides Grundgerüst für einen Abend bilden kann, an dem er ein Prinzip weiterführt, das er laut eigener Aussage schon in der Schule verfolgt hat: Nur nicht zu viel anstrengen und Zeit mit Lernen vergeuden. Auch ein Schummelzettel führt zum Ziel. Was er in dieser Passage allerdings nicht dazusagt – was aber als Binsenweisheit bekannt ist: Auch wer Schummelzettel schreibt, lernt dabei was dazu. Und zumindest für seinen Bühnenauftritte hat er seine Hausaufgaben gemacht und sich zwar keine Schummelzettel vorbereitet, aber ein paar Arbeitsmaterialien, mit denen er gut über die Zeit kommt: nämlich Powerpoint-Präsentationen und einen Einspieler, die er gut einsetzen kann, um das Programm um die entscheidenden Minuten zu strecken.

Langweilig ist das aber nicht, weil es ja jener Humor ist, der seine Fans schon im Internet begeistert hat. Und spätestens, wenn er sich selbst an der Ukulele begleitet und beim Singen beweist, dass er nicht nur eine spitze, sondern auch eine schnelle Zunge hat, tobt der Saal. Ebenso, wie seine Michael-Jackson-Einlage für Begeisterungsstürme sorgt. Breite Zustimmung bekommt er auch in jenen Momenten, in denen er über den allgegenwärtigen KI-Hype und Social Media ablästert. Denn das eine schließt das andere nicht aus: 

Man kann einen Internet-Satiriker super finden und trotzdem die Auswüchse dieser Online-Welt blöd finden. Genauso wie man sowohl auf Instagram als auch auf einer analogen Bühne witzig sein kann.

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